VUCA: Führungskräfte im Ausnahmezustand

Der melodische Wortklang lässt auf einen exotischen Tanzstil hoffen: „VUCA“. Doch was sich hinter dieser wohl klingenden Abkürzung verbirgt, ist alles andere als ein reines Tanzvergnügen. Was ist das viel zitierte VUCA?

Woher stammt dieser in der Management-Literatur weit verbreitete Begriff und was bedeutet er? VUCA wird seit den 80er Jahren vom amerikanischen Militär verwendet und beschreibt Krisen- und Kriegsgebiete, die von den folgenden Eigenschaften geprägt sind:

Volatility: Volatilität, Schwankungen, Dynamik
Uncertainty: Ungewissheit, Unberechenbarkeit, Unplanbarkeit
Complexity: Komplexität, Vielschichtigkeit, Vernetzung
Ambiguity: Ambiguität, Mehrdeutigkeit, Uneindeutigkeit

Es klingt wie der Ausnahmezustand. Auch in Deutschland lebt der Begriff VUCA auf Führungsebene immer mehr auf und vermittelt ein anschauliches Bild für den turbulenten Wandel mit den massiven Veränderungsprozessen in unserer Gesellschaft. Bisher bewährte Führungsstrategien greifen in Unternehmen oder Organisationen oft nicht mehr. Traditionelle Pfade müssen verlassen werden, um in VUCA-Zeiten zu bestehen: Agiles Management, Change Management und die Entwicklung innovativer Zukunftstechnologien lauten einige Erfolgsfaktoren für diesen unberechenbaren Wandel. Vortragsredner werden verstärkt zu dem facettenreichen Themenkomplex Wandel angefragt, um – wenn auch gelegentlich nur in kleinerem Rahmen – Orientierung zu geben: Wie bleiben Unternehmen als System nicht nur überlebens-, sondern zukunftsfähig? Wie können speziell Führungskräfte mit den aktuellen Herausforderungen wie dem erhöhten Arbeitstempo, dem Innovationsdruck, dem Wertewandel und der digitalen Transformation Stand halten – und bestenfalls auf wirtschaftlichem Erfolgskurs bleiben? Und wie bleibt die wertvollste Ressource, der Mitarbeiter (falls er oder sie nicht durch einen Roboter ersetzt wird), bei all diesen Unsicherheiten gesund, motiviert und loyal?

Die Antworten liegen laut Bob Johansen, Zukunftsforscher am kalifornischen Institute for the Future (IFTF), vor allem in „VUCA Prime“:

Vision – Vision, Begeisterung, Offenheit für Neues
Understanding – Verständnis, Fortbildung, Kompetenz
Clarity – Klarheit, Ziele, Zuständigkeiten
Agility – Agilität, Anpassungsfähigkeit, Flexibilität

Sein Ansatz verdeutlicht, dass das „Mindset“ – die persönliche Einstellung, geprägt durch die renommierte Stanford-Psychologin Carol Dweck – die Basis für eine gesunde Zukunftsfähigkeit ist. Führungskräfte müssten akzeptieren, dass die Welt VUCA sei und sich intensiv mit ihr auseinandersetzen. In seinem Buch „Leaders Make the Future: Ten New Leadership Skills for an Uncertain World”, erschienen im Berrett-Koehler Verlag, beleuchtet er die VUCA Prime-Kompetenzen und weitere erlernbare Management-Werkzeuge, um die Zukunft trotz aller Widrigkeiten positiv gestalten zu können. Hier geht es zu einem seiner Vortragsmitschnitte zu VUCA auf youtube: https://www.youtube.com/watch?v=KJqCPFzq6kU

Einen ähnlichen Lösungsansatz präsentiert die Unternehmerin und Leadership-Expertin Melanie Vogel. Sie hat als Antwort auf VUCA ein eigenes Konzept für Zukunftsfähigkeit entwickelt, das „Futability®-Konzept“, für das sie mit dem NiBB-Innovationspreis 2016 (Netz innovativer Bürgerinnen und Bürger) ausgezeichnet wurde.

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